Gezeitenwellen

gezeitenwelle ems 1000Gezeitenwelle auf der Ems (Foto Sascha Baltes)

Gezeitenwellen die im deutschen auch als Tidewellen bekannt sind, sind ein natürliches Phänomen das in tidenabhängingen Flüssen mit einen hohen Gezeitenunterschied von mindestens 3 m Tidenunteschied auftritt. Die meisten Gezeitenwellen treten ein paar Tage lang um Neu- und Vollmond auf da dann der Gezeitenunterschied immer am höchsten ist.

Im französischen Mascaret und im englischen Bore wave genannt gibt es diese Tidewellen auf allen Kontinenten. Für einen Surfer, Paddelsurfer oder Kajaker ist es eine Welle die je nach Fluss und Gegebenheiten über mehrere Kilometer bricht und die man bis zu einer Stunde lang surfen kann. Für Natur- und Wasserliebhaber ist es ein Naturschauspiel wo sich der Ozean oder das Meer nach Niedrigeasser gegen die Strömung der Flüsse drückt und das Wasser in Form einer oder sogar mehreren Wellen hintereinander hochdrückt.

Die grössten Gezeitenwellen befinden sich im Amazonas Delta, in Sumatra und China. Die Gezeitenwelle in China auch Silberner Drache genannt kann bis zu 9m hoch werden und ist somit die grösste Gezeitenwelle weltweit.

Die spektakulärsten Gezeitenwellen in Europa befinden sich in der Gironde (Frankreich) und in der Severn in England. Diese beiden so wie aber auch viele kleinere Gezeitenwellen ziehen eine Menge Touristen und Surfer aus aller Welt an um diese zu surfen oder einfach nur anzusehen. Aber auch in manchen Flüssen der Nordsee treten kleine Tidewellen auf wie in der Ems, in der Schweiburg, im rechten Nebenarm der Weser, in der Durme (Belgien) und in den kleinen Flüssen südlich der Westerschelde (Holland). Hierbei handelt es sich meistens um so genannte micro bores die in der Regel zwischen 20cm und 30cm gross sind.

Gezeitenwelle kleine WeserGezeitenwelle Kleine Weser hinterm Harriersand am 21.10.2012 (Foto Hans-Jürgen Otten)

Die Bore in der Ems hingegen kann bis zu 1,5 m hoch werden und sie erreicht eine Geschwindigkeit von Ca. 20 km/h. Zusehen ist sie zwischen Papenburg und Herbrum wo sie durch ein Wehr gestoppt wird. Ihren Höhepunkt hat sie beim Ort Rhede wo sie auch sehr gut von der Rheder Brücke aus beobachtet werden kann. Die Besonderheit dieser Gezeitenwelle ist das sie fast jeden Tag bricht und nicht nur um Neu- und Vollmond. Zwar ist zu diesen Zeitraum die
Welle am Größten, aber auch an anderen Tagen ist sie zu sehen. In der Ems spielt der Pegelstand des Flusses eine grosse Rolle. Trägt die Ems viel Wasser dann ist die Bore sehr klein oder nur als Gezeitenstrom zu sehen. Je niedriger der Pegel ist desto grösser die Welle.

Bei den großen deutschen tidenabhängen Flüsse wie z.B. Weser und Elbe gibt es sogenannte Gezeitenströme wenn die Flut nach Niedrigwasser die Flüsse hinauf läuft. Hier entstehen keine Gezeitenwellen da diese Flüsse zu groß und zu tief sind und der Wechsel zwischen Ebbe und Flut
in dieser Region relativ langsam passiert.

Hier noch Links zu wirklich großen Gezeitenwellen (Fotos von Antony Colas aus Frankreich)

https://www.flickr.com/photos/64357569@N00/collections/72157629664685792/

 https://www.flickr.com/photos/64357569@N00/collections/72157623101027300/

Für alle die sich für das Phänomen Gezeitenwellen interessieren kann ich das Buch Mascaret ans Herz legen. https://www.amazon.fr/dp/2951016220

Der Autor Antony Colas ist ein Surfer und Stand Up Paddler und zählt zu den besten Experten in Sachen Gezeitenwellen. Er reisst ständig an die abgelegensten Orte um neue Gezeitenwellen zu finden, sie zu surfen oder einfach um sie sich anzugucken und zu filmen und zu fotografieren.

Das Buch gibt es momentan nur auf französisch. Aber trotzdem ist es bei den vielen Bildern sehr interessant. Eine englische Ausgabe ist in ca. 6 bis 12 Monaten geplant.

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