Kuhsiel Demo Wümme Zeitung 25.11.25 Seite3Gute Nachrichten: Die Schleuse Kuhsiel soll repariert werden – die Finanzierung sei gesichert, heißt es aus der Wassersport-kommission des LSB Bremen. Foto: Carmen JaspersenBlockland/Borgfeld/Lilienthal. Beim Bremer Landessportbund knallen die Korken. Norbert Köhler, Sprecher der Wassersportkommission des Verbands, hat gute Nachrichten im Gepäck: "Die Finanzierung der Schleusenreparatur Kuhsiel ist nach heutigem Kenntnisstand gesichert", teilte Köhler jetzt mit. Zuvor hatte man im kleinen Kreis zusammengesessen, um über das weitere Vorgehen bei der Sanierung der Schleuse Kuhsiel zu beraten, berichtet der Sprecher. Wenn nun die zugesagten Spenden zur Finanzierung demnächst eingehen würden, könne der Deichverband am rechten Weserufer die Ausschreibung zur Schleusenreparatur starten, heißt es.

Um die Gesamtfinanzierung der aufwendigen Reparaturen sicherzustellen, hätten sich rund 30 Interessentinnen und Interessenten aus Verbänden, Vereinen, Wirtschaftsbetrieben und Einzelpersonen bereit erklärt, zu spenden. Dabei sei eine Summe von rund 139.700 Euro zusammengekommen. Die weiteren Mittel sollen laut Köhler vom Deichverband am rechten Weserufer kommen sowie aus EU-Töpfen und von der Stadt Bremen. Über die Stiftung zum Erhalt des maritimen Erbes im Land Bremen werden die Spenden laut Köhler abgewickelt.

Seit Anfang des Jahres ist das Bauwerk im Bremer Blockland, wie berichtet, aus Sicherheitsgründen für den Bootsverkehr geschlossen. Es bildet am Unterlauf des Kuhgrabens seit 1931 das Tor zur Wümme für Wassersportler und Erholungssuchende. Doch nun müssen die maroden Spundwände des Hebewerks links der Wümme dringend erneuert werden. Das hatten Untersuchungen bereits vor fünf Jahren ergeben.

Petition im April gestartet

Wie berichtet, war der Aufschrei kurz nach dem Bekanntwerden der Schließung der Schleuse Kuhsiel Anfang des Jahres groß. Wassersportvereine, Angler und Wirtschaftsbetriebe protestierten gegen die Schließung des Hebewerks. Im April startete die "Interessengemeinschaft Schleuse Kuhsiel" eine Unterschriftensammlung auf der Online-Plattform "Open Petition" – gleich zu Beginn hatten bereits knapp 700 Menschen unterzeichnet. Am Ende waren es weit über 2300. "Unser gemeinsames Ziel ist es, die dauerhafte Erhaltung und Sanierung der Schleuse Kuhsiel zu erreichen", berichtete der Vorsitzende des Segelsportvereins Wümme, Michael Klüser, im Frühjahr, und mobilisierte Vereine, Gastronomen und andere Wirtschaftsbetriebe, um sich für den Erhalt des Kulturdenkmals einzusetzen.

Dann kam Bewegung in das Projekt, dessen Bruttokosten auf 910.000 Euro geschätzt werden. Mit einer Viertelmillion Euro sollen dabei die Europäische Union (EU) und ihr Förderprogramm "Leader" helfen. Das Programm unterstützt kulturelle und touristische Projekte zur Weiterentwicklung des ländlichen Raums. Der Landkreis Osterholz plädierte dafür, zusammen mit dem Bremer Blockland den Förderhöchstbetrag für die Schleusen-Reparatur beim Land Niedersachsen abzurufen, das die EU-Mittel verwaltet.

Neben der Erneuerung der vom Rost befallenen Spundwände soll bis Ende 2026 auch der Platz an der Schleuse neu gestaltet werden, sodass er als Lernort und Ausflugsziel nahe dem Borgfelder Landhaus dienen kann. Norbert Köhler spricht von einer "Visualisierung der historischen Schleuse."

Der Bremische Deichverband am rechten Weserufer will als Schleusenbetreiber rund 350.000 Euro beisteuern. Die Stadt Bremen will sich dem Vernehmen nach mit 130.000 Euro beteiligen. Die fehlenden 180.000 sollen nun über Spenden zusammenkommen. Beteiligt haben sich laut Norbert Köhler unter anderem Bootsverleiher, Segel-, Ruder- und Kanuvereine sowie großzügige Privatpersonen.

Die Schleuse sei ein zentrales Element der Bremer Wassersport-Infrastruktur, sagt der Sprecher der Wassersportkommission. "Ohne sie sind viele Wassersportangebote – vom Segeln über Kanufahren bis hin zum Angeln – massiv eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich." Er sei sehr stolz darauf, dass allein durch die gemeinschaftlich organisierten Spenden über 139.700 Euro zusammengekommen seien.

Der Bremische Deichverband am rechten Weserufer begrüßt nach eigenen Angaben die Initiative der Wassersportler und Bootsbetriebe. "Wir hatten ja selber bereits versucht, Gelder für die Sanierung innerhalb der Behörden zu generieren", erklärt Rolf Dülge. Der Technische Leiter des Bremischen Deichverbands am rechten Weserufer kämpft nach eigenen Angaben seit Jahren für den Erhalt des Bauwerks.

Wassersportkommissionssprecher Norbert Köhler geht derzeit davon aus, dass es schon im kommenden Jahr eine Eröffnungsfeier an der Schleuse Kuhsiel geben werde.