Zum Einfluss der Gezeiten

Wer auf Tidengewässern paddelt, muss sich über die Zeiten des Hoch- und Niedrigwassers informieren. Der Gezeitenkalender für das ganze Kalenderjahr ist im Buchhandel erhältlich, und auch in der örtlichen Presse

brackwassertreffen_05werden die Wasserstandszeiten täglich für einige Orte angegeben.

Ebbe und Flut sind auf der Hamme bis zur Ritterhuder Schleuse spürbar und auf der Wümme bis oberhalb von Borgfeld (etwa Höhe Hexenberg). Zu beachten ist jedoch, daß Hoch- und Niedrigwasser zeitlich versetzt die Orte an der Hamme oder Wümme erreichen.

Der Gezeitenkalender gibt die Wasserstandszeiten für Bremen/Oslebshausen an. Demgegenüber erreicht das Hochwasser das Niederblockland (etwa Dammsiel) 85 Min. später und Borgfeld (2,4 km hinter Kuhsiel) sogar 143 Min. später. An der Schleuse Ritterhude tritt das Hochwasser 27 Min. später ein.

Diese zeitlichen Differenzen müssen also immer auf die für Oslebshausen angegebenen Zeiten aufgeschlagen werden. Bei Niedrigwasser haben wir keinesfalls die gleichen zeitlichen Verschiebungen. Es erreicht das Niederblockland gegenüber Oslebshausen 138 Min. später und Borgfeld erst 3 Std. 41 Min. später. An der Ritterhuder Schleuse tritt das Niedrigwasser 65 Min. später ein als in Bremen/Oslebshausen.

Will man das auflaufende Wasser, also die Flut nutzen, so muss man bedenken, dass nicht sofort nach dem Niedrigwasser ausreichend Strömung vorhanden ist, so dass man meist noch eine Stunde warten muss. Bei Hochwasserstand kippt die Strömung meist sofort, so dass man quasi direkt mit dem Beginn der Ebbe das ablaufende Wasser zum Paddeln in dieser Richtung nutzen kann. Jedenfalls sollte man grundsätzlich niemals gegen die Strömung paddeln!

Dennoch kann man sich auf diese Faustregeln nicht immer verlassen, da Wind, Mondphase und allgemeiner Wasserstand (z.B. nach starken Regenfällen) ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Einfluss haben, der zu Abweichungen führen kann.

Zu beachten ist auch, dass man bei fallendem oder steigenden Wasser oft nicht ans Ufer heranfahren und landen kann. Außerdem gilt auch für die Gezeitenstömung, daß sie in der Mitte des Flusses am stärksten ist.

Damit Sie sich eine Vorstellung über das Ausmaß der Wasserstandsschwankungen machen können: Für die Weser in Bremen beträgt der mittlere Tidenhub 4 m, für die Wümme bei Borgfeld liegt er immerhin noch bei 1,10 m.