Fahrt zur 22. WTR

Fahrt zur 22. Weser-Tidenrallye ICF

Es ist schon Tradition dass zur Weser-Tidenrallye (WTR) und zu den Vorfahrten die Anreise als Gepäckfahrt stattfindet. Bei TURA BREMEN treffen sich an diesem Nachmittag insgesamt 15 Personen,  um von hier aus gemütlich in 2 Tagesetappen nach Nordenham zu paddeln. Auf dem Bootshausgelände herrscht schon emsiges Treiben. Fleißige Hände sind damit beschäftigt das Gelände zur WTR vorzubereiten. Der Rasen wird gemäht, aufgeräumt, Parkplätze eingerichtet, Stände für die Ausgabe von Medaillen, Kaffee- und Kuchen sowie Grillwurst und Getränke werden eingerichtet, denn es soll ja am Samstag alles "hübsch" sein.

Jetzt beginnt für uns das Verstauen der Gepäckstücke. So früh im Jahr muss immer wieder überlegt werden, an welcher Stelle welches Packstück gehört. Hier zahlt sich aus, daß die Erfahrung von etlichen Wanderfahrten mit Gepäck hilfreich ist und so macht das Verstauen keinerlei Probleme. In der Zwischenzeit ist die Flut schon so weit aufgelaufen, dass wir bei leichter Gegenströmung losfahren. Was für eine Ruhe auf dem Wasser, kein Boot weit und breit nur unsere 11 Einer und 2 Zweier sind in Richtung Unterweser unterwegs. Vorbei am Ufer der "Bremer Schweiz" geht die Fahrt durch das Lesum-Sperrwerk in Richtung Wesermündung bei Km 17. Das Lesum-Sperrwerk dient als Hochwasserschutz für die dahinter liegenden Gebiete und wurde nach der Sturmflut von 1962 gebaut.

Vorbei an dem Segelschulschiff "Deutschland" erreichen wir die Mündung in die Weser bei Vegesack. Übrigens, wer sich traut, kann sich auf dem Segelschulschiff trauen lassen.

An der Mündung ist Vorsicht geboten. Zwei Fähren, die in kurzen Abständen die Weser queren, erfordern unsere Aufmerksamkeit. Vorbei an der Strandpromenade Vegesack geht die Fahrt weiter in Richtung Weserinsel Harriersand. An der ehemaligen Vulkan Werft herrscht nach deren Niedergang wieder emsiges Treiben. Verschieden Firmen aus dem maritimen Umfeld sind hier wieder tätig. Früher wurden auf der Vulkan Werft "Ozean Riesen" gebaut und vom Stapel gelassen. Aber das ist nun Geschichte.

In Rönnebeck winken uns die Kanuten vom KCR zu und wünschen uns hiermit gute Fahrt.

Kurz hinter der Fähre Farge-Berne liegt auf der rechten Weserseite der U-Boot Bunker "Valentin". Dieses Monument aus den letzten Tagen des 2. Weltkrieges ist schon beeindruckend. Hier sollten in Sektionsbauweise U-Boote auf dem Fließband entstehen. Über 10.000 Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Insassen haben in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges diesen Bunker gebaut. Mit seinen überdimensionalen Ausmaßen ist er schon von weitem auszumachen. Zur Zeit wird ein kleiner Teil des Bunkers als Materialdepot der Bundeswehr genutzt. Dem Rahmen entsprechend wird hier seit einigen Jahren mit großem Erfolg das Theaterstück "Die letzten Tage der Menschheit" von dem Regisseur Johann Kresnik aufgeführt.

Vorbei an der Einfahrt zur Kleinen Weser erreichen wir nach ca. 3 Stunden unser Ziel auf der Weserinsel Harriersand.

Zeltplatz Harriersand

 
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Hier schlagen wir für eine Nacht unsere Zelte auf. Beim abendlichen Zusammensitzen machen Geschichten von früheren Fahrten die Runde, auch ein Glas Wein darf dabei nicht fehlen. Müde und zufrieden mit dem heutigen Tag legen wir uns in die Zelte. Am anderen Morgen müssen wir um 5.00 Uhr aufstehen. Jeder, der schon einmal auf Tidengewässern unterwegs war weiß, dass hier nach der Uhr zu fahren ist.

Heute ist es nur eine kleine Tour. Ca. 3 Stunden vor Niedrigwasser in Nordenham legen wir bei aufgehender Sonne ab. Im Jachthafen von Grossensiel landen wir am Jollensteg an und rollen mit unseren Bootswagen zum WSV Nordenham.

Vereinsgelände WSV Nordenham

 
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Auch hier beobachten wir Aktivitäten der Vereinsmitglieder zur Vorbereitung der WTR.

Wir bauen unsere Zelte auf und genießen den Blick aufs Wasser. In der Entfernung sehen wir die Skyline von Bremerhaven. Im großen Weserbogen liegen links die Hafenanlagen von Nordenham. Z.Zt. haben aber keine Seeschiffe an der Kaianlage festgemacht.

So langsam kommen immer mehr Teilnehmer nach Nordenham. Denn die zwei Tage vor der Rallye werden Vorfahrten auf der Weser angeboten. Viele bekannte Gesichter von vorherigen Veranstaltungen sind auszumachen. Alle wesentliche Infos zu den Vorfahrten sind auf dem Bootshausgelände ausgehängt.

Am Himmelfahrtstag sollte die 8. UW8-Fahrt stattfinden. Leider macht uns aber die Wettervorhersage einen Strich durch die Rechnung. An diesem Tag ist NW-Wind in Stärke 5 Beaufort angesagt. Das würde bedeuten, dass auf der Rückfahrt eine Strecke von ca. 23 KM gegen den Wind hätte gepaddelt werden müssen. Stattdessen wird die UW-0 angeboten. Weseraufwärts geht es mit dem Flutstrom am Atomkraftwerk Esensham vorbei in den Seitenarm "Schweiburg" .

In der Schweiburg

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Die stille, langgezogene Insel die im nördlichen Teil Reiherplate und im südlichen Teil Strohauser plate heißt, trennt die Schweiburg vom Hauptfahrwasser der Weser. Nach ca. 12 Km haben wir die Mündung in die Weser erreicht. Hier heißt es Sammeln. Gemeinsam queren wir den Hauptstrom der Weser in Höhe der Pieranlagen von Brake und fahren zum Fähranleger auf dem Harriersand.

Hier ist eine ausgiebige Pause angesagt. Mit dem einsetzenden Ebbstrom fahren wir dann auf der Weser nach Nordenham zurück. Im Jachthafen hat sich dann somit die 0 geschlossen.

Am Abend wird im Clubraum des WSV Nordenham ein Diavortrag von Inge Voigt-Köhler über eine Fahrt nach Venedig mit Teilnahme an der Vogalongo einem zahlreich erschienenem Publikum vorgeführt. Von hieraus noch einmal ein herzliches Dankeschön. Diese Veranstaltung war übrigens im Jahr 2003 im DKV-Sportprogramm ausgeschrieben.   

Am letzten Tag der Vorfahrten starten wir bei strahlendem Sonnenschein wieder im Jachthafen. Heute geht es auf der Weser mit dem Flutstrom bis nach Brake. Über 40 Boote sind auf dem Wasser. Mit starkem Rückenwind fahren wir mit dem Flutstrom weseraufwärts und kommen bei höheren Wellen ins Surfen. Der Fähranleger auf dem Harriersand ist heute wieder unser Ziel. Die kleine Fähre „Guntsiet“ bringt uns rüber nach Brake. In einem Fischimbiss sind wir gegen 13.30 Uhr angemeldet. Hier versammelten sich dann über 60 Personen zum gemeinsamen Fischessen. Das obligatorische Eis in der Fußgängerzone von Brake durfte natürlich auch nicht fehlen. Um 16.00 Uhr bringt uns die Fähre wieder zu unseren Booten zurück.

Fahrt nach Brake

 
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Der NNW-Wind hat an Stärke noch mehr zugelegt und bläst mit 5-6 Beaufort uns ins Gesicht. Dadurch haben sich die Wellen zu einer beachtlichen Höhe aufgebaut obwohl der Ebbstrom noch nicht eingesetzt hat. Hinter der Strohauserplate werden die Wellen immer höher weil jetzt der Ebbstrom zugenommen hat. Völlig durchnässt und kaputt erreichen die Teilnehmer den Jachthafen von Grossensiel.

Am letzten Abend vor der eigentlichen WTR wird ein Dia–Vortrag von Neuseeland gezeigt. Es ist schon überwältigend welche Naturschauspiele dieses Land für seine Besucher hat. Über ein Jahr Vorplanung hat der LKV-Präsident Werner Born mit seiner Frau Brigitte gebraucht um dann diese Land über 2 Monate zu bereisen. Nochmals vielen Dank für die herrlichen Bilder.

Am Abend sitzen wir noch lange im Vereinsheim des WSV Nordenham zusammen und unterhalten uns über dies und das. Die Gruppe der Gepäckfahrtteilnehmer wird sich bestimmt in zwei Jahren wieder treffen um dann zur 23. WTR 2006 aufzubrechen.

Am Tag der Tidenrallye ist jeder mit sich selbst beschäftigt, alles wieder einzupacken um in normaler Zeit das Gold-Ziel zu erreichen. Beim Verein Tura Bremen werden viele Hände zum Abschied geschüttelt. Eine schöne und erlebnisreiche Fahrt ist zu Ende.

Text: Volker Zimny
Fotos: Wilfried Mix