Das Paddel im Gegenwind

Landes-Kanu-Verband und Senatorin für Bildung veranstalten den dritten Schulkanutag

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Von Anna Zacharias Grambke. Zum dritten Mal veranstaltete der Landes-Kanu-Verband Bremen mit der Senatorin für Bildung gestern den Schulkanutag. Das Wetter bot den Nachwuchs-Kanuten mit Gegenwind dabei gehörig die Stirn. Mit Kampfeseifer wurden die meisten Böen auf dem Sportparksee Grambke aber besiegt - nur einen Kenterer musste der DLRG aus dem Wasser fischen.
Für Jana Oetjen ist es der erste Kanu-Wettkampf. Die zwölfjährige Schülerin des Nebelthaugymnasiums übt sich seit einem halben Jahr im kühlen Nass und will heute das Beste für ihr Team geben. Für die anfängliche Aufregung bleibt ihr am Ende gar keine Zeit mehr. Kaum wird ihr Name durch den Lautsprecher aufgerufen, muss sie auch schon in ihr Kanu springen, und die etwa 200 Meter zur Startlinie ans äußere Ufer paddeln.
Zum ersten Mal sind auch die Teilnehmer der Special Olympics mit dabei, die sich in einem Drachenbootrennen auf die National Games 2010 in Bremen vorbereiten. Die beiden Teams, die heute gegeneinander antreten, sind nach integrativem Muster mit behinderten und nicht behinderten Kindern besetzt. Wichtige Anweisung zum Einstieg lautete: Wer nicht mehr kann, nimmt das Paddel senkrecht. Die Bedeutung weiterer Instruktionen wie "Paddel halt" und "Paddel Stopp" lernen die Kinder schnell, dann geht es auch schon los.
Das Drachenboot der Integrierten Stadtteilschule Hermannsburg Huchting setzte sich gegen die Konkurrenten aus dem Schulzentrum Habenhausen mit einer Fahrzeit von einer Minute und zehn Sekunden durch. Das Wichtigste dabei war aber der Spaß, den beide Seiten ganz offensichtlich zusammen hatten.

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Als Vertreter aus Bremen-Nord konnte in diesem Jahr nur das Nebelthaugymnasium dabei sein. Die Abräumer vom Vorjahr aus der Lerchenstraße sind leider schon auf Klassenfahrt. Schulkanusportbeauftragte Christine Eschemann-Drescher bedauert diese Fehlkalkulation. Dafür stünden dieses Mal die Termine für das nächste Jahr bereits fest, so dass sich die Schulen darauf einrichten könnten.
"Der Gegenwind war wirklich heftig, ich zittere noch total" sagt Limone Pochciol außer Atem, als sie nach ihrem Sieg für das Schulzentrum Rockwinkel aus dem Kanu steigt. Auch Janas Anstrengungen haben sich gelohnt - sie wird Zweite in der Mix-Gruppe ihrer Altersklasse. Klar vorn in der Gesamtwertung waren die Rockwinkler, die die meisten Teams in die Rennen schickten. Schnellster auf der 200-Meter-Strecke war Caspa Majenski vom Gymnasium Horn mit 83 Sekunden.
Damit es gerecht zugeht, starten die Teams im Rotationssystem aus unterschiedlichen Positionen. Da die Gruppierungen nach Alter und Geschlecht getrennt sind, gibt es am Ende neun erschöpfte Sieger zu ehren. Ganzer Stolz des Verbands sind die Pokale, die den Siegern in diesem Jahr erstmals überreicht werden konnten.
Am Ende lugte dann sogar doch noch die Sonne hervor und ließ Paddel und Pokale zur Siegerehrung glänzen.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 11.06.2009 

(Die Norddeutsche vom 11.06.2009 Seite 4 )