Bremer Kanuten glänzen bei Europameisterschaft

WK-LOGO-Stadtteilkurier

aus WESER-KURIER-Stadtteilkurier-West 22.06.2014 Seite 6

VON RAINER JÜTTNER
Bremen. Für die Bremer Delegation hat sich die Reise zur Europameisterschaft im Kanu-Marathon gelohnt. In Piestàny/Slowakei belegte der 19-jährige Marcel Paufler (Störtebeker Paddelsport) in der U23 einen hervorragenden neunten Platz. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Sven Platz landete im Kajakzweier mit Martin Schubert Siebter. Alle drei Bremer Marathonrennsportler haben sich mit ihren guten Ergebnissen für die Weltmeisterschaft in Oklahoma City/USA qualifiziert, die Ende September stattfinden wird. Wegen der hohen finanziellen Kosten – die Sportler erhalten keine finanzielle Unterstützung, da es sich um eine nicht-olympische Disziplin handelt – ist eine Teilnahme jedoch mehr als fraglich.

Verdient hätten sie es allemal. Im Kajakeiner der Herren starteten für Deutschland Felix Richter (Raunheim) und Marcel Paufler (Bremen). Während Richter, der noch bei den Deutschen Meisterschaften vor vier Wochen in München, deutlich vor Marcel ins Ziel kam, das Rennen auf halber Strecke abbrechen musste, kam Marcel ohne Boots- und Materialprobleme gut über die 26,2 Kilometer lange Strecke auf dem Fluss Vàh in Piestàny. Nachdem sich zunächst eine Führungsgruppe mit hohem Starttempo absetzen konnte, fuhr das Verfolgerfeld mit dem Bremer von Runde zu Runde den Abstand wieder zu, so dass am Ende die ersten elf Boote innerhalb von einer guten Minute über die Ziellinie fuhren. Es siegte Morten Minde (23) aus Norwegen in der Zeit von 1:56:46:517 vor den beiden Spanier Sánchez Alejandro (22) und Fidalgo Guillermo (23). Marcel Paufler kam nur 52 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel und war zufrieden: „Für mich war die EM ein voller Erfolg. Ich hätte nicht mit einem neunten Platz und erst Recht nicht mit so einem geringen Abstand zum Sieger gerechnet. Der größte Erfolg war aber immer noch, dass ich erste Erfahrungen in der U23 sammeln konnte sehr positiv waren. Zudem weiß ich, dass ich in der Portage noch schneller werden muss, dort ist oft eine kleine Lücke entstanden, die ich wieder zufahren musste."


Einen Tag darauf gingen bei den Junioren im Kajakzweier Sven Paufler (16) und Martin Schubert (16) über 22,5km an den Start. Die deutschen Vizemeister mussten insgesamt sechs Runden und fünf Portagen bewältigen. Nach der ersten Portage befanden sie sich in einer Verfolgergruppe und versuchten, denn Abstand zu den Führenden zu verringern.


In der vierten Portage hatten sie Pech beim Wiedereinstieg in das Boot, als mehrere Teams nahezu gleichzeitig das Portagenende erreichten und die Boote wieder ins Wasser einsetzten. In dem Gedränge um den besten Platz zum Einsetzen kenterten die beiden Sportler und das Paddelblatt von Sven brach auf einer Seite ab. Trotzdem konnten sie das Rennen beenden, kamen in einem spannendem Schlusssprint in der Zeit von 1:39:05:139 auf den siebten Platz nur eine Sekunde hinter dem britischen Team Magnus Gregory und Ross McMullen, aber auch nur eine Sekunde vor dem Team aus Dänemark mit Nicolai Winther und Andreas Woltmann. Großen Grund zur Freunde hatte aber das deutsche Boot mit Torben Blume (18, der bis zur Schülerklasse für Bremen startete)und Erik Lieseke (beide Potsdam). Sie erkämpften sich mit nur 1:20 Minuten Rückstand auf die Ungarn Máte Györgyjakab und Kristóf Piller die Silbermedaille.
Thomas Kittner zweimal vorn

Marathon-2014


Bei den European Masters siegte Thomas Kittner in der Altersklasse 50 bis 54 Jahre im Kajakeiner über 22,5 Kilometer souverän. Er und der Spanier Julio Gonzalez hatten sich vom Feld abgesetzt. Auf der letzten Runde konnte Gonzalez nicht mehr mithalten und Kittner (50-54) entschied das Rennen mit 100 Meter und 20 Sekunden Vorsprung für sich. Im Kajakzweier startete Thomas Kittner tags darauf zusammen mit Klaus Gieres (Saar) in der AK 45-49. Von Beginn an führten die Beiden das Feld an und konnten das Rennen mit einem komfortablen Vorsprung von knapp acht Minuten vor der spanischen Konkurrenz gewinnen.