WM-Start geglückt: Marcel Paufler und Kittner zufrieden mit Kanu-Marathon

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Thomas Kittner, Foto: FR

VON JAN OPPEL 
Bremen. Es wäre noch Luft nach oben gewesen. Marcel Paufler vom Verein Störtebeker Paddelsport hat sich bei seiner ersten Kanu-Marathon Weltmeisterschaft in Rom dennoch gut geschlagen. 400 Teilnehmer aus 34 Nationen beteiligten sich an dem Wettbewerb. „Die internationalen Gegner konnte ich nur schwer einschätzen“, sagt der Bremer. „Außerdem lief die Vorbereitung auf den Marathon aufgrund der vielen Wettbewerbe in der Saison nicht ganz optimal.“ Wichtiger als die punktuelle Vorbereitung ist auch im Kanusport ohnehin das langfristige Training. „Es kommt auf die Grundlagen an“, weiß Paufler. 
 


Der 17-Jährige ging als einziger Deutscher von 35 Athleten aus insgesamt 21 Nationen in seiner Altersklasse an den Start. Bei der WM galt es, eine 21,5 Kilometer lange Strecke auf dem Tiber zu bewältigen, die in fünf Runden und fünf Portagen (Tragestrecken) unterteilt war.
Nach dem Massenstart konnte Paufler sich weitestgehend aus Rangeleien heraushalten, ehe es für ihn und seine Mitstreiter zunächst 1450 Meter flussabwärts ging.
Bereits kurz nach dem Start bildeten sich Gruppen, um beim „Welle-Fahren“ Kraft zu sparen, ähnlich dem Windschattenfahren im Radsport. Vor und nach den Wendepunkten wurde gespurtet. An den Portagen kam es beim Ein- und Ausstieg immer wieder zu Gedrängen, weil gleichzeitig immer nur drei Kajaks an den Stegen Platz hatten. Mit dem Umgang untereinander war Paufler aber alles in allem zufrieden. „Die Stimmung war entspannt, nach dem Rennen sogar freundschaftlich“, sagt er.

kr-marathon-2012-5An den Portagen trugen die Athleten ihr Kajak zunächst über eine steile Rampe hinauf, um dann 70 Meter zu sprinten und schließlich die Rampe wieder hinunterklettern. Die Stege waren glitschig, viele Athleten rutschten aus – einige stürzten sogar von der Rampe. Paufler blieb unfallfrei. Ein beeindruckendes Tempo an den Tragestrecken zeigten vor allem die Athleten aus Ungarn, Spanien und Südafrika. Zurück im Wasser ging es für die Athleten jetzt 700 Meter flussaufwärts zum zweiten Wendepunkt.
Paufler und der Schwede Emil Svensson versuchten bis zum Schluss durch wechselnde Führungsarbeit an die vor ihnen fahrende Vierergruppe heranzukommen, schafften es aber nicht. Am Ende kam Paufler mit einer Zeit von 1:39,21 Stunden als 17. ins Ziel, fünfeinhalb Minuten hinter dem Sieger Petro Adam aus Ungarn. 
Einen weiteren Höhepunkt des WM-Wochenendes in Rom bildete für Paufler der Wettbewerb im K1 der Herren-Leistungsklasse, den er am folgenden Tag als Zuschauer verfolgte. „Das sind meine Vorbilder. Das war ein Pokerspiel über zwei Stunden“, sagt Paufler. Beeindruckt war der Bremer vor allem von der Risikobereitschaft seiner Vorbilder an den Portagen. „Da lernt man schon beim Zuschauen“, sagt er. Mit seinen 17 Jahren wird der Bremer auch im nächsten Jahr in der Juniorenklasse starten können. Mit seiner WM-Premiere ist er zufrieden. „Ich habe eine Menge Erfahrungen gesammelt und viel gelernt“, resümiert Paufler.
Bei den einen Tag früher als die Weltmeisterschaft gestarteten Worldcup Masters stieg Thomas Kittner vom Verein für Kanusport Bremen ins Boot. Der Achimer kämpfte im Kajak-Einer in der Altersklasse 50 bis 54 Jahre in der letzten Runde mit dem Belgier Jeroer Haarler und dem Südafrikaner Monteith Graham um den sechsten Platz. Am Ende musste sich Kittner mit Rang acht zufrieden geben, was dennoch eine ausgezeichnete Platzierung bedeutete. Mit seiner Zeit von 1:44,22 kam er nur 113 Sekunden hinter dem Sieger Francisco Vazquez ins Ziel.

 

 

Quelle: Weser-Kurier Stadtteilkurier Nordwest vom 01.10.2012 Seite 8