Die LKV-Mitgliederversammlung 2013 beim KCR – mein persönlicher Rück- und Ausblick

MV-2013-KCRDie nüchternen Fakten sind dem Protokoll zu entnehmen.

Den DKV-Präsidenten Thomas Konietzko zu Gast zu haben, war schon etwas Besonderes, denn zum KCR und der Unterweser hat er als Teilnehmer an der Tidenrallye 2010 eine ganz eigene Verbindung. Aus seinen Ausführungen zur Zukunft des organisierten Kanusports ist mir vor allem folgendes im Gedächtnis geblieben: 

 

 

 

 Der organisierte Kanusport steht vor neuen Herausforderungen.

  •  Sie sind sowohl im Wettkampf- als auch im Breitensport erkennbar.  Die Spitze des Eisbergs im Wettkampfsport ist die inzwischen überholte Überlegung, den Kanusport von den Olympischen Spielen auszuschließen.
  •  Den Breitensport bedrohen weitere Gewässersperrungen und  das zunehmende gewerbliche Angebot bei Vermietung und Ausbildung.

Es gibt also Handlungsbedarf.

Angesichts dieser deutschlandweit zu beobachtenden Trends habe ich meinen Blick auf die im LKV Bremen zusammengeschlossenen Vereine gerichtet. 

Wie sind sie aufgestellt?

Das sportliche Angebot der Vereine ist vielfältig und reicht so weit es die hydrologischen Bedingungen des Reviers zulassen, also über fast das gesamte Spektrum des Kanusports. Motorkanusport inbegriffen. Das gibt es sonst in keinem LKV.

Von immer mehr Vereinen werden öffentliche Veranstaltungen angeboten (Tag der offenen Tür, Schnupperpaddeln, Kurse für ausgewiesene Zielgruppen mit möglichem EPP-Erwerb), so dass dieser Angebote wegen die andernorts registrierte, teils massive Bedrohung des organisierten Kanusports durch Bootsvermieter/gewerbliche Ausbilder eher gering ist.

Auch die Zusammenarbeit mit Behörden, Körperschaften des öffentlichen Rechts und den benachbarten LKVs ist sehr erfolgreich.

So weit, so gut. Neue Mitglieder zu gewinnen gilt es dennoch, und da stellen sich mir die Fragen:

Für welche Menschen könnte Kanu-Freizeitsport attraktiv sein?

Und: Wie sind sie zu erreichen?

So eindeutig wie bis vor rund 50 Jahren sind diese Fragen nicht mehr zu beantworten, weil sich die Gesellschaft insgesamt verändert hat.

  • Die eine mehrwöchige Reise als zentrales Jahresurlaubsereignis ist längst mehrheitlich durch mehrere Kurzurlaube (gern zu  „Schnäppchenpreisen“ im Ausland) abgelöst.
  • Die klassische Zielgruppe für den Kanusport-Einstieg -aus gutbürgerlichen Verhältnissen, überwiegend in akademischer Ausbildung- hat durch die veränderten Bildungsstrukturen deutlich abgenommen. 

 In den Vereinen in Bremen und Bremerhaven war die erwähnte Zielgruppe ohnehin noch nie stark vertreten. Das „Rückgrat“ des organisierten Kanusports im Bremer Revier bildeten und bilden die entweder aus Arbeiter-Sportvereinen hervorgegangenen oder ihnen nahe stehenden Vereine. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen in der Region zeigen jedoch auch hier deutliche Wirkung.

Und doch könnte heutzutage gerade in Bremen/Bremerhaven Kanu-Freizeitsport im Verein für alle Menschen attraktiv sein. Eine kühne Behauptung?

Nach wie vor ist das Bremer Revier einzigartig. Zudem verfügen die Vereine im Unterschied zu früheren Jahrzehnten mehrheitlich über große eigene Bootsbestände. Ferner ist qualifizierte Aus- und Fortbildung gewährleistet. Auch Übernachtungen im Zelt (interessant für Kinder/ Jugendliche)  sind bei vielen Vereinen möglich, und die Kosten für Mitgliedschaft etc. insgesamt erstaunlich gering. Noch etwas gehört erwähnt: Was Mädchen oder Junge, Frau oder Mann sich an sportlicher Herausforderung zumuten will, ist jedes Mal frei zu entscheiden.

Heutzutage könnte der organisierte Kanu-Freizeitsport tatsächlich für alle Menschen attraktiv sein: unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Bildungsstand und Einkommen.  

Sie müssten nur davon erfahren.

Bei Ortsteilfesten, auf den Messen „Boatfit“ und „Rad- und Outdoor“, beim Drachenboot-Cup sowie der „maritimen Woche“ gibt es Gelegenheiten, den Kanusport einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit großformatigen Bildern, Booten, Ausrüstung, und nicht zuletzt im persönlichen Gespräch. Der Anfang ist dank des großen Engagements einiger Vereine bereits gemacht, und sie würden sich über weitere Unterstützung sicher freuen. 

 Mit freundlichen Grüßen,

                                         Jan (Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit des LKV)

MV-2013-ehrungen

 Die geehrten: Carsten Eckel - LKV Gold, Henry Kurth , Mike Schäfer, Jan Schünemann - LKV Verdienstnadel (v. l.n.r.)