Bremer Faltboottreffen auf Harrier Sand vom 24.-26. Juni 2011

faltboottreffen-2011
 
Ja, es gibt sie tatsächlich noch, die Faltbootler! Mehr als 40 waren auf Einladung von Annette Kuit, Herbert Kropp und Siegmund Schneider an die Unterweser gekommen, wo bei sonstigen Kanusportveranstaltungen, etwa der Weser-Tidenrallye, Faltboote eher die Ausnahme geworden sind.
Reichlich drei Dutzend Boote aus allen Generationen waren versammelt: Berke, Erbacher, Feathercraft, Gesa, Hascho, Kette, Klepper, MTW,  Nautiraid, Pouch, Triton und sogar ein von Beschäftigten der AG Weser in ihrer Freizeit gebautes Faltboot – Namen, die bei mancher Leserin und manchem Leser wohl schöne Erinnerungen wecken mögen.
Einige Teilnehmer waren in Bremen auf eigenem Kiel gestartet, und ein Paar aus Konstanz hatte die Gelegenheit genutzt, die Weser ab Hannoversch-Münden zu erkunden. Von den über Land Angereisten waren mindestens zwei „wie sich das für echte Faltbootleute gehört“ mit Eisenbahn und Fähre gekommen. Die kleine Zeltstadt auf dem Campingplatz zeigte deutlich, wer wie auch sonst unterwegs war; manche spartanisch, manche höchst komfortabel – und dennoch, so wurde versichert, passte alles in die Boote. Die waren mehrheitlich im Originalzustand belassen, Verbesserungen gab´s eher beim Zubehör zu bewundern. 
Das Wetter bot auf, was den frühen Sommer an der Unterweser für gewöhnlich ausmacht: Wind, Regenschauer und dazwischen immer mal wieder Sonnenschein.
Richtig sportlich wurde es für die meisten am Samstag bei der von Siegmund Schneider (BKW) umsichtig geführten Fahrt rechts neben der der Großschifffahrt vorbehaltenen Fahrrinne nach Nordenham-Großensiel und auf dem Rückweg durch die Schweiburg gegen den deutlich stärker gewordenen Wind. Eine kleinere Gruppe verstand sich eher als Wanderpaddler klassischer Prägung, querte den Fluss mit der Fähre, besuchte das informativ gestaltete Braker Museum und ließ sich den legendären Fischteller am Binnenhafen schmecken.
Der würdige Abschluss war das unter Mitwirkung etlicher engagierter Helfer perfekt organisierte opulente Sonntagsfrühstück bei Herbert Kropp, dem Herausgeber des Jahrbuchs des Faltbootsports „Binsenbummeln und Meeresrauschen“. Die Faltbootleute sind übrigens ein merkwürdiges Völkchen; vorgeblich haben sie ihre Wahl aus rein praktischen Erwägungen getroffen, tatsächlich fiel, wie immer wieder deutlich wurde, die Entscheidung jedoch aus emotionalen Gründen, und das hörte sich einmal so an: „es ist die schon mit dem Aufbau des Bootes beginnende Entschleunigung des Lebens“.
JAN