Erfolgreich Teilnahme von Marcel Paufler bei EM

Vom 20.-24. Juli 2011 fanden in Frankreich in Saint Jean de Losne (bei Dijon) auf der Saone die Europameisterschaften im Kanu-Marathon statt. Als Deutscher Jugendmeister war Marcel aufgrund seiner guten Leistung für die EM-Teilnahme nominiert worden und durfte für Deutschland bei den bis zu zwei Jahre älteren Junioren im Kajakeiner über 21,5 km an den Start gehen.
Für Marcel das erste Mal ein internationaler Wettkampf im der Marathon-Nationalmannschaft. Untergebracht waren das deutsche Team in einem Hotel in Dijon, ein täglicher Shuttle-Bus brachte die Sportler zur 30km entfernten Regattastrecke. Zwanzig Nationen hatten ihre besten Juniorenfahrer an den Start geschickt: Norwegen, Ungarn, Groß-Britannien, Portugal, Tschechien, Spanien, Italien, Irland, Belgien, Schweden und Frankreich waren dabei.
Es galt, einen Rundkurs von 4,3 km mit einer  Portage zu bewältigen, diesen Kurs mussten die Junioren fünfmal fahren, die U23-Fahrer sechsmal, die Leistungsklasse sogar siebenmal. Schlüsselstellen des Rennens waren die Portagen und die Wenden, aber auch die vielen Tempowechsel, die gefahren wurden, um Verfolgerboote abzuhängen waren spannend. Im Vorfeld fanden die Rennen der Master-Klassen statt (ab 35 Jahre). Nach der Eröffnungszeremonie begannen dann die EM mit den Juniorenrennen im Einer und Zweier, jeweils für Kajak- (Doppelpaddel, sitzend) und Canadierklassen (Stechpaddel, kniend). Marcel hatte die ersten zwei Tage die Rennen der Masters aufmerksam beobachtet, um herauszufinden, wie die Portage und die Strecke am besten zu bewältigen ist.
Die Veranstalter hatten große Kanister zu Schwimmstegen aneinandergebunden und mit Teppich belegt, die sich aufschaukeln, wenn ein Pulk von Fahrer gleichzeitig anlegt und aus- bzw. wieder einsteigt. Auch musste man aufpassen, mit den Fingern beim Aussteigen nicht zwischen zwei Kanister zu geraten, um sie sich nicht einzuklemmen. Mit dem Boot musste dann die Uferpromenade hochgelaufen werden, dann gab es eine ebene Laufportage von 135m, wer sich verpflegen lassen wollte (ab der zweiten Portage möglich), musste in eine parallel dazu gelegte Portage laufen, in der die akreditierte Betreuer Getränke reichen konnten, was aber auch immer mit ein wenig Zeitverlust für den Sportler verbunden ist. Deshalb tragen die meisten Sportler ein Trinkrucksacksystem am Körper.
Über einen identischen Schwimmsteg aus Kanistern musste dann wieder eingestiegen werden. Für die Zuschauer ein spannendes und interessantes Schauspiel, da direkt von der Promenade einsehbar. Auch war eine große Leinwand an der Promende aufgebaut, über die die Zuschauer zusätzlich den Rennverlauf verfolgen konnten. Es gab Sportler, die auf dem nassen Steg ausrutschten, die mit dem Boot "nur" joggen und nicht "rennen" konnten, denen das Boot beim Ein- oder Ausstieg aus der Hand rutschte, ein Brite kenterte sogar beim Einstieg und beendete fluchend das Rennen, weil er den Anschluss an das führende Feld hoffnungslos verloren hatte. Eine Schwedin mit Medaillenchance bekam in der letzten Runde einen Krampf im Arm (vielleicht hatte sie zu wenig getrunken?) und haderte ebenfalls mit ihren Schicksal. Ebenso waren Kenterungen gleich am Start zu beobachten, wenn die großen Startfelder noch sehr eng zusammen waren und sich die Sportler mit den Paddeln touchierten, bei den Rageleien um die beste Welle (ähnlich wie beim Windschattenfahren der Radrennfahrer) gab es viele harte Positionskämpfe.
Marcel war zum Start seines Rennens sehr nervös aber voll konzentriert und hatte sich vorgenommen, auf jeden Fall "durchzukommen" und dann mal zu sehen, welche Platzierung dabei herauskommt. Er fuhr einen tollen Start, konnte sich im zweiten Verfolgerpulk auf eine Welle setzen und in den ersten beiden Runden das hohe Tempo erstaunlich gut mithalten. Später musste er dem hohen Tempo Tribut zollen und "abreißen" lassen, d.h. er konnte die Welle nicht mehr halten und belegte nach 1:47:37 Stunde erschöpft, aber insgesamt zufrieden den 15. Platz in seinem ersten internationalen Wettbewerb.
Beeindruckt war er auch vom hohen Lauftempo in den Portagen. International sprinten die Kanuten so schnell, wie manch anderer bei den Bundesjugendspielen (dort aber ja ohne Boot + Paddel in der Hand). Der zwei Jahre ältere deutsche Juniorenmeister, Felix Richter, kam auf den 10. Platz in der Gesamtwertung, nachdem er zwischenzeitlich auch an vierter Stelle gelegen hatte. Eine alte Regattaweisheit besagt: Das Rennen ist erst an der Ziellinie zu Ende und da kann - gerade beim Kanumarathonsport - eine ganze Menge unterwegs passieren. Gerade das macht aber auch den Reiz dieser Sportart aus.
Eine tolle Europameisterschaft mit vielen spannenden und dramatischen Rennen, die sich manchmal erst nach 30,1 km im Schlussspurt entschieden. Marcel ist jedenfalls sehr motiviert und wird auf jeden Fall den Marathonrennsport weiter betreiben. Auch bei den im September in München stattfindenden Kanurennsportmeisterschaften freut er sich schon am meisten auf die "lange" Strecke, das bedeutet dort 5000m, die zwar auch mit Wenden aber ohne Portagen zu fahren sind. 
Bericht: Martina Paufler 
Der LKV Bremen gratuliert zu dieser erfolgreichen ersten Teilnahme bei internationalen Wettkämpfen.