Geschichte des Kanusportes in Bremen und Bremerhaven

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Die Keimzelle des Bremer Kanusportes liegt im Blockland. Zunächst waren es allgemeine Wassersportvereine, die meist von Beginn an auch eine Kanusportabteilung hatten.

1912 wurde der Segelverein Wümme und 1913 der Segelverein Blockland gegründet.

1920 erst wird der „Bremer Kanu-Club“ als eingetragener Kanusportverein gegründet. Sein Domizil lag am Torfkanal am Ende der Findorffallee im früheren Forsthaus auf der Bürgerparkseite (am Ufer ist heute noch die Spundwand erhalten). 2003 wurde dieser ruhmreiche Verein leider aufgelöst.

In Bremerhaven wurde am 24. Februar 1922 der „Wassersportverein Wulsdorf e.V.“ gegründet, auch hier von Anfang an mit einer starken Kanuabteilung. Er wurde allerdings erst am 12. Mai 1931 in das Vereinsregister des Preußischen Amtsgerichtes Wesermünde- Geestemünde eingetragen.

Ebenfalls in Bremerhaven wurde als reinrassiger Kanuverein der Kanu-Verein Unterweser e.V. am 2. April 1928 gegründet. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte bereits am 18.7.1928

Damals gab es noch kein „Land Bremen“, also auch keinen Landes-Kanu-Verband. Die Bremer und Bremerhavener Vereine waren damals Mitglied im Weser-Ems-Kreis, die Bremer Vereine auch in der Interessen-Gemeinschaft Bremer Kanuvereine. Diese Interessengemeinschaft richtete damals auch Regatten aus. Ab 1933 wurden die hiesigen Vereine dann im Gau 8 – Niedersachsen zusammen gefasst.

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Im Nachkriegs-Bremen wurde im Laufe des Jahres 1948 der Fachverband Wassersport u. a. mit der Sparte Kanu gegründet. Nach Wiedergründung des Deutschen Kanu-Verbandes am 19. und 20. März 1949 in Kassel beschließt die Bremer Sparte Kanu am 17.Juni 1949 sich umzubenennen in „Landes-Kanu-Verband Bremen“. Dieser wurde am 27.Juni 1950 beim Amtsgericht Bremen im Vereinsregister eingetragen.

Bremen war kanusportlich immer etwas anders als der Rest der Kanu-Welt. Bedingt durch die dort vorhandenen Gewässer und deren Tidenabhängigkeit wurden schon früh die Canadier mit Außenbordmotoren versehen. Dieser Motorkanusport entwickelte sich immer mehr in Richtung Motoryachten. In Bremen wurde außerdem das Kleinsegeln sowie das eigentlich Kanusegeln intensiv betrieben.

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Ende der 60er Jahre bestand der Landes-Kanu-Verband Bremen zu 80 % aus Motorkanuten, von denen viele zu anderen Verbänden abwanderten. Die LKV-Führung hielt in den folgenden Jahren mit vorbildlicher Ausbildung des Nachwuchses und im Schulsport dagegen. Nicht zu letzt durch attraktive Veranstaltungen im Kanuwandersport, z.B. der Bremer (später Weser) –Tidenrallye, gelang es, den eigentlichen Kanusport, den muskelgetriebenen, wieder in den Vordergrund zu schieben.

Ab 1996 zunächst in Bremen und dann ab 2000 auch in Bremerhaven kam der Drachenbootsport dazu, der sich durch die großen Teamstärken, aber auch große Events hervor tat.

Heute sind im LKV Bremen 37 Wassersport- und Kanuvereine organsiert. Mit seinen über 2.300 Kanusport treibenden Mitgliedern hat er eine Organisationsrate von 0,35 % der Bremer Bevölkerung und damit die höchste in allen Landesverbänden.

Quelle: 50 Jahre Landes-Kanu-Verband Bremen1950-2000 im Selbstverlag des LKV Bremen herausgeben von Karl-Heinz Hofmann im März 2000